Die 0,75 Millimeter, die alles verändert haben

Von Chris Marlons, amtierender Weltmeister im Münzdrehen ·

Im Sommer 2014 habe ich zum ersten Mal von einem Weltrekord im Münzdrehen gelesen: 25,71 Sekunden, aufgestellt vom Japaner Keita Hashimoto. Ich saß am Küchentisch, hatte ein 2-Euro-Stück in der Tasche und dachte: Das schaffe ich auch.

Monate am Küchentisch

Ich habe trainiert, gemessen, notiert. Nach ein paar Wochen kam ich über zehn Sekunden, nach zwei Monaten über fünfzehn. Dann habe ich zum ersten Mal die Regeln für Rekordversuche gelesen, die ich damals finden konnte. Zugelassen waren nur Münzen bis 2,5 Zentimeter Durchmesser. Die 2-Euro-Münze misst 25,75 Millimeter.

Die bessere Entscheidung

Ich hätte auf eine kleinere Münze umsteigen können. Stattdessen habe ich gesucht, ob es Menschen gibt, die genau mit dieser Münze spielen. So bin ich auf den Ligabetrieb von Coin Spinning Germany gestoßen. Noch im selben Jahr habe ich mein erstes Turnier gespielt und bin in der Vorrunde ausgeschieden.

Rückblickend waren diese 0,75 Millimeter das Beste, was mir passieren konnte. Ein Rekordversuch ist ein einsamer Moment. Ein Wettkampf ist eine Gemeinschaft, und ohne sie hätte ich nie zwei Weltmeistertitel gewonnen.

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